DIY Bauprojekt E-Gitarre der Body

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DIY Bauprojekt E-Gitarre

der Body

So, ich war leider einige Zeit außer Gefecht gesetzt, aber nun geht es weiter.

Bei der Gestaltung des Bodys hatte ich nun die Einschränkung mit der Farbe des Schlagbrettes. Für das Ausstellungsstück meines Ladens will ich natürlich das Material so Originalgetreu wie möglich beibehalten. Nun, die Farbe des Schlagbrettes ist dreilagiges rotes Perloid.

Body vorne nach schleifen
Body vorne nach schleifen

Zu dem roten Farbton hätte nun etwa Naturholz oder eine helle weiße Oberfläche gepasst. Ich hab mich dennoch zu einem kräftigen grünen gebeizten Farbton entschieden. Aber erst kommen ja noch dei Vorarbeiten:

Zu diesen Tätigkeiten gehört vor allem schleifen. Die ebenen Flächen kann man schön mit einem Schleifklotz bearbeiten, die Seiten vorsichtig mit der Hand und bei den Ecken aufpassen, daß man nicht zu viel Material abnimmt und dadurch Macken und Kanten hinterlässt. Man beginnt mit grobem Papier und geht immer weiter zu feinerem Papier über bis man die zuvor gemachten Schleifspuren des gröberen Papiers nicht mehr sieht. Da die Oberfläche bei meinem Rohling schon einigermaßen glatt war hab ich mit 80er Papier begonnen und bin dann immer weiter bis zu 400er Papier gegangen.

Body hinten nach schleifen
Body hinten nach schleifen

Nach dem Schleifen hab ich die Gitarre dann noch mal richtig kräftig gewässert. Nach dem trocknen haben sich natürlich viele Fasern wieder aufgestellt und das Schleifen gieng von vorne los. von 80er bis zu 400er Papier. So machte ich drei Durchgänge und man sah jedesmal eine riesige verbesserung. Den Endschliff hab ich dann mit 600er Papier gemacht bis die Oberfläche glatt wie ein Babypopo war.

Body hängend zum beizen
Body hängend zum beizen

Vor der weiteren Bearbeitung hab ich nun den Body und vor allem auch den Arbeitsplatz von dem ganzen Schleifstaub gereinigt.

Dann hab ich mal geschaut wie ich die Gitarre zur leichten Bearbeitung hoch hängen kann. Mittels einer Dachlatte und eines Drahtes hieng sie dann an einem Heizungsrohr. Nun kam der Spannende Moment: Wie kommt die Farbe auf dem Lindenkorpus raus.

Als Beize hab ich die Tütenbeize von Clou benutzt. Diese ist wirklich leicht auch von „Anfängern“ anzurühren und zu bearbeiten. Natürlich hab ich mal eine Probebeizung auf einem Stück Fichtenholz gemacht. Fichte ist genauso ein Helles Holz und mit Linde zu vergleichen, und es ist in rauen

Korpus von vorn, gebeizt
Korpus von vorn, gebeizt

Mengen bei mir vorhanden.

Korpus von hinten, gebeizt
Korpus von hinten, gebeizt

Das sind nun die Bilder nach dem ersten mal Beizen. Der Korpus ist wider getrocknet. Nach dem ersten Beizen habe ich noch mal leicht angeschliffen, aber nur weil sich noch einige Fasern wieder Hochgestellt hatten.

Für einen kräftigen satten Farbton hab ich 3 Schichten der Beize aufgetragen. Am Ende hab ich noch mal ein paar Stellen die etwas viel Beize abbekommen haben mit dem 600er Schleifpapier nachgebessert. Dann hab ich den Body 2 Tage durchtrocknen lassen bis keine Feuchtigkeit mehr zu sehen und zu spüren war.

Für die strapazierfähige glänzende Oberfläche die noch entstehen sollte, hab ich TruOil der Firma Bichwood Casey benutzt. Dieses ist ein Schaftöl, welches vor allem Jäger für ihre Flinten im rauen einsatz im Wald nutzen. Das kann doch für eine Gitarre auch nicht schlecht sein. Vor allem geht es super einfach zu verarbeiten. Man nehme ein weiches Tuch oder am besten gleich die eigenen Finger und verteile das Öl gleichmäßig dünn auf der Oberfläche. Danach 24 Stunden trocknen lassen. Das ganze so 3 bis 5 mal wiederholen, nach eigenem Geschmack. Der Verbrach des Öles ist auch sehr gering daher ist es eigentlich eine günstige Variante mit Super Ergebniss. Ich bin sehr Zufrieden mit dem Ergebniss und falls die Oberfläche tatsächlich mal beschädigt wäre kann man mit dem Öl einfach nacharbeiten.

Korpus nach Oberflächenbehandlung
Korpus nach Oberflächenbehandlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montage der Komponenten

Über den Autor

Christoph

5 Kommentar

    1. Snape

      Hallo,
      ich wollte mal fragen, ob sich diese Bearbeitung über die ganze Zeit bewährt hat. Keine Abfärbung?

      Dazu würde ich noch gerne wissen, warum Anfangs so viel geschliffen werden musste. War der Body so roh?
      Bässte Grüsse Snape

      1. bomberc

        Hallo Snape,
        Doch ich bin mit dem Instrument sehr zufrieden. Die Oberfläche färbt nicht ab, absolut keine Probleme diesbezüglich.

        Wegen dem schleifen. Es war auf jeden Fall notwendig die Fläche noch etwas zu schleifen. Man merkt schon den Unterschied. Aber du hast recht, bis auf das ganzh feine Papier hätte ich nicht gehen müssen. Die oberfläche ist ja nicht hochglanz poliert sondern fühl sich eher nach Natur bzw. geölt an.

        Das was bei diesem Instrument aber wirklich suboptimal ist sind die mitgelieferten Tonabnehmer. Diese sind recht unausgewogen. Und zu meinen anderen Gitarren die ich besitze, ist sie die schwerste vom Gewicht her.

        1. Snape

          Hallo Bomberc,
          danke Dir. Mir geht es nicht um die Tonabnehmer, da ich keine Gitarre spiele sondern Bass… 😀 Aber ich habe einen rohen Swamp Ash Body den ich gerne rot translucient färben möchte. Ich habe vor kurzem einen Erle Body, der mit Tung Oil behandelt ganz fürchterlich gestunken hatte x-mal geschliffen, dann mit Seifenwasser gewaschen und wieder trocknen lassen und am Ende dann mehrmals mit Tru Oil geölt/lackiert und er ist ein Traum geworden.
          Nun wollte ich diesen Swamp Ash Body rot werden lassen, weil ich schon 2 Naturholz Bässe habe, aber die Maserung die wunderschön ist, die muss man sehen. Aber das Tru Oil Finish finde ich gewaltig. Genau so wie es mir gefällt.

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