Effekte, Effektverkabelung und Effektwege

Effekte, Effektverkabelung und Effektwege

Hier Befassen wir uns mal mit den Effektgeräten für unsere Heißgeliebten Saiteninstrumente. Welche Effekte gibt es, wie klingen oder verändern sie unser Gitarrensignal, und wie verbinde ich sie, in welcher Reihenfolge, mit unserer Gitarre und unserem Verstärker.

Welche Typen von Effekten gibt es nun

1. Dynamische Effekte

zu den dynamischen Effekten gehören Effekte die sich auf die Lautstärke auswirken, auch wenn nur einzelne kleine Frequenzbänder betroffen sind. Hierzu zählt natürlich als erstes das Volumen Pedal, welches sich auf die gesamtlautstärke auswirkt. Auch die Equalizer Pedale zählen dazu, da sie einzelne Frequenzen lauter oder leiser macht.

nuX OD-3 Vintage Overdrive
nuX OD-3 Vintage Overdrive

Alle Arten von Verzerrern wie Booster, Overdrive, Distortion oder Fuzz gehören zu den dynamischen Effekten, sie erhöhen die Lautstärke und „schubsen“ den Verstärker Kanal noch zusätzlich mit an um einen fetteren Sound zu erhalten. Auch Kompressor und Wah-Wah Pedale wirken sich auf die Dynamik aus und verändern immer bestimmte Frequenzen des Signals.

2. Effekte mit räumlichem Verhalten

Hier gehören alle Effekte dazu, welche sich auf die räumliche Wahrnehmung auswirken, also einen zusätzlichen Hall erzeugen, ein nachhallendes Echo oder eine zusätzliche Frequenz erzeugt, welche den Ton breiter wirken lässt oder für spezielle Effekte einen Oktav Ton dazu erzeugt.

Im Detail gibt es ein Hall/Reverb Gerät, welche einen Nachhall simulieren, Echo/Delay simuliert eine verzögertes wiederkehren des Tones.

Weiterhin gibt es Modulationseffekte wie den ChorusFlanger, Phaser, Ensemble, Tremolo und Vibrato. Bei diesen Effekten wird durch hinzufügen einer oder mehrerer Töne mit leicht abweichender Frequenz eine Art räumliche Wahrnehmung erzielt. Durch das hinzufügen wird der Ton breiter, als ob mehrere Instrumente den gleichen Ton spielen würden. Wird eine hinzugefügte Frequenz noch verzögert oder als Feedback zurück an den Eingang geschickt kann man richtig wilde und interessante Effekte erzielen. Hier ist einfach testen, ausprobieren  und „spielen“ angesagt.

In die Gattung der Modulation Effekte gehören auch noch der Pitch Shifter, der wie der Chorus einen zweiten Ton, aber in genauen Intervallen hinzufügt. Also ein „sauberer“ Chorus.

Außergewöhnlichere Effekte sind da z.B. noch Leslie Simulatoren oder Vibe Pedale. Diese haben alle ihren eigenen Charakter und Wirkungsweise und sollten unbedingt mal angetestet werden.

3. Der Looper

Als kleines Helferlein gibt es nun noch den Looper. Der Looper ist eigentlich ein kleines Aufnahme Gerät, das deine Gitarrenspur speichert und im Loop, also in der Schleife, wieder gibt. Hier kann man dann dazu spielen oder weiter Spuren auf das erste Signal speichern. Meist ist in den Loopern eine Rhythmus Einheit mit eingebaut die eine Begleitband darstellt. Das ist echt super zum Proben und macht wesentlich mehr Spaß als nach Metronom oder Click zu spielen. Das Gerät ist auch bei Straßenmusikanten oder Solokünstlern sehr beliebt.

nuX Loop Core

Reihenfolge von der Gitarre zum Amp

In der Auflistung gehe ich einfach von allen Effektgeräten aus, wenn sie nicht vorhanden sind werden sie auch nicht zwingend benötigt.

Verstärker mit oder ohne Einschleifweg

Bei Verstärkern ohne Einschleifweg, also ohne der SEND und RETURN Buchse, muss ich meine Effekte alle vor den Verstärker anschließen. Das ist erst mal natürlich kein Problem. Du kannst deine Raum- und Modulationspedale nicht mehr vor dem Amp verkabeln. Denn ein Gitarrenton der schon mit Hall, Echo oder Chorus aufbereitet ist nachträglich mit dem Amp zu verzerren klingt absolut schrecklich. Das heißt, diese Effekte gehören hinter den Verzerrer, also in den Einschleifweg soweit er vorhanden ist.

Verkabelung

Beginnend von der Gitarre gehen wir mit Kabel oder Sendeanlage zum Stimmgerät, welches ein sauberes Signal ganz ohne Effekte benötigt.

Von hier an geht es in das Volume Pedal falls es die Funktion des Lautstärke Potis der Gitarre verwendet werden soll. Alternativ kann dieses aber auch als allerletztes Effekt vor der Return Buchse gesetzt werden um die komplette Lautstärke herunter zu regeln.

Bei der Verwendung eines Pitch Shifters, Octavers oder Harmonizers gehört dieses auch vor jede Verzerrung, für die Erzeugung des Extra-Tons wird ein sauberer Ton benötigt.

Anschließend folgen alle dynamikverändernden Effektpedale. Als erstes würde ich hier den Kompressor setzen. Im Anschluss kannst Du alle deine Verzerrerpedale in beliebiger Reihenfolge anordnen. Ein Equalizer gehört hinter die Verzerrer, denn die Zerrer sollten den Gitarrenton schon verändert haben, wenn du mit dem Equalizer das Klangbild nachbearbeitest.

Die meisten Gitarristen schließen das Wah-Pedal vor den Verzerrern an, da sich der Sound auf diese Weise am besten regulieren lässt.  Bei einigen Zerrpedalen klingt ein nachgeschaltetes Wah auch sehr interessant. Das ist aber alles variabel zu sehen. Richtig ist natürlich immer, das was gefällt. Also einfach mal ausprobieren.

Schließlich verkabelst du das letzte Effektgerät mit dem Eingang deines Verstärkers. Dieser hat meist zwei oder drei Kanäle: Clean, Crunch (angezerrt) und Lead (vollverzerrt). Spannend ist es immer, einen angezerrten oder vollverzerrten Verstärker-Kanal mit einem vorgeschalteten Zerrer oder Booster noch weiter in die Sättigung zu treiben. Da sind fette Soundkombinationen möglich.

Nach dem Vorverstärker verlassen wir nun wieder Amp, und zwar am Effect Send Ausgang. Hier Kann man nun beliebig Chorus, Flanger, Vibrato, Tremolo anordnen. Am Ende folgt das Echopedal, und anschließend erst der Halleffekt. Warum? Einen Hall nachträglich mit einem Chorus oder Echo zu versehen, klingt nicht so toll, daher sollter der Hall das letzte Pedal sein.

Vom Ausgang des Halls geht es zurück in den „Effect Return“ des Verstärkers. Wenn du ein Volumepedal verwendest, solltest du es erst nach den Modulationspedalen anschließen. Dann kannst du den Gitarrenton komplett leise regeln, und die Echo- und Hallfahnen klingen trotzdem zu Ende aus.

An dieser Stelle, an der dein Amp den Klang schon geformt hat, sind alle Raum- und Modulationseffekte perfekt aufgehoben. Aber Achtung! Im Einschleifweg darfst du niemals dynamikverändernde Effekte wie Zerrer, Wah oder Kompressor anschließen! Die Endstufe pumpt dein Gitarrensignal mächtig auf, damit die Lautsprecher angesteuert werden können. Jede kleine Lautstärke-Änderung direkt vor der Endstufe kann heftige Ergebnisse zur Folge haben. Also nicht vergessen: Dynamikverändernde Effekte gehören immer vor den Verstärker. Nie in den Einschleifweg.

Rauschunterdrückung

Mit dieser Reihenfolge ist das Rauschen eigentlich schon recht gering. Falls doch noch Probleme mit Geräuschen auftreten gibts noch das kleine Helferlein Noise-Gate. Das Problem des rauschens fällt ja eigentlich nur ins Gewicht wenn die Gitarre nicht spielt sondern Pause hat. Hier Pegelt das Noise-Gate komplett herunter und unterdrückt das Rauschen.

Bei der Verkabelung ist der beste Platz das erste Pedal im Enschleifweg, also direkt am Effect Send.

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