Gitarrensaiten Konzertgitarre Meysen

Meysen Konzertgitarren Saiten

Da die „NoName“ Saiten der Marke Meysen so fulminant gute Bewertungen

Meysen Classic Guitar Strings
Meysen Classic Guitar Strings

über Internet Anbieter erhalten haben, hab ich mich auch mal um ein paar Sätze bemüht. Drei Stück an der Zahl sind dann auch gekommen.

Verpackt in einer hübschen Karton Packung liegen sie nun da und wollen aufgezogen und gespielt werden. Als kleines Gimmick ist bei jedem Satz noch zusätzlich eine hohe e‘ Saite und drei Plektren mit eingepackt. Dazu würde ich sagen: Ja schön, bei mir reißt öfter die g Saite und wenn ich wirklich Klassik Gitarren Saiten wünsche um Klassik zu spielen, wird hier in der Regel mehr gezupft wie geschlagen. Als

Meysen Classic Guitar Strings
Meysen Classic Guitar Strings entpackt

nette Beigabe für alle die auf der Gitarre alles spielen und zupfen passt das auf jeden Fall.

Verpackt sind die 6 Saiten gemeinsam in einer Vakuum Verpackung. Die Zusatz Saite ist nochmal in einer extra eingeschweißten Tüte untergebracht. Das finde ich so auch in Ordnung, da ja immer alle Saiten gleichzeitig gewechselt werden sollten.

Nun zu den Saiten. Die 3 Diskant Saiten, also die hohen Melodiesaiten sind wie üblich reine Nylon Saiten. Es gibt auch Sätze wo die 3. Saite (G)umwickelt ist, das ist aber Geschmacksache und kein Qualitätskriterium. Die drei Basssaiten sind wie üblich umwickelt. Und zwar mit Kupferdraht, welches mit einer Silberschicht veredelt wurde.

Die Saitenstärke ist vergleichbar mit den gebräuchlichen Medium Saiten anderer Hersteller. Sie sind folgendermaßen angegeben, und auch auf der Rückseite des Kartons aufgedruckt.:

Meysen Classic Guitar Strings
Meysen Classic Guitar Strings Rücken

1:e – 028 inch – 0.71 mm
2:B – 032 inch – 0.81 mm
3:G – 040 inch – 1.02 mm
4:D – 029 inch – 0.74 mm
5:A – 035 inch – 0.89 mm
6:E – 043 inch – 1.09 mm

So, das Handling mit den Saiten ist beim aufziehen erst Mal genau so wie bei anderen Saiten auch. Sie fühlen sich wertig an, wirken nicht zu dick und zu steif. Eigentlich ganz angenehm.

Nach dem ersten einstimmen mal ein kleiner Klangtest. Die Saiten klingen angenehm ausgeglichen von Saite zu Saite. Keine übertriebenen höhen oder Bässe. Man kann lockere Zupfmuster spielen und auch beim Rhythmus spiel mit den eher harten mitgelieferten Plektren klingt die Gitarre echt gut. Die Saiten machen absolut das, was  man von ihnen verlangt. Sie fühlen sich verhältnismäßig weich an, wie sich das ein Anfänger wünscht, und sie klingen hell und brillant. Nun müssen sie noch den Dauertest durchlaufen und mal ein halbes Jahr auf der Gitarre verbleiben. Dann sehen wir wie sich der Klang, welcher sich ja bei allen Saiten, verändert und auch dumpfer wird, entwickelt.

Zur Firma und der Produktion selbst, ist leider nicht viel zu erfahren. Diese Saiten sind bislang nur das einzige Produkt, meines Wissens sollen aber bald andere Typen folgen. Als Firmenbezeichnung ist nur Hoang/MA GbR zu lesen.

Alles in Allem bin ich mit dem Produkt zufrieden und würde mir auch mal welche in meinen Warenbestand legen.

 

Effekte, Effektverkabelung und Effektwege

Effekte, Effektverkabelung und Effektwege

Hier Befassen wir uns mal mit den Effektgeräten für unsere Heißgeliebten Saiteninstrumente. Welche Effekte gibt es, wie klingen oder verändern sie unser Gitarrensignal, und wie verbinde ich sie, in welcher Reihenfolge, mit unserer Gitarre und unserem Verstärker.

Welche Typen von Effekten gibt es nun

1. Dynamische Effekte

zu den dynamischen Effekten gehören Effekte die sich auf die Lautstärke auswirken, auch wenn nur einzelne kleine Frequenzbänder betroffen sind. Hierzu zählt natürlich als erstes das Volumen Pedal, welches sich auf die gesamtlautstärke auswirkt. Auch die Equalizer Pedale zählen dazu, da sie einzelne Frequenzen lauter oder leiser macht.

nuX OD-3 Vintage Overdrive
nuX OD-3 Vintage Overdrive

Alle Arten von Verzerrern wie Booster, Overdrive, Distortion oder Fuzz gehören zu den dynamischen Effekten, sie erhöhen die Lautstärke und „schubsen“ den Verstärker Kanal noch zusätzlich mit an um einen fetteren Sound zu erhalten. Auch Kompressor und Wah-Wah Pedale wirken sich auf die Dynamik aus und verändern immer bestimmte Frequenzen des Signals.

2. Effekte mit räumlichem Verhalten

Hier gehören alle Effekte dazu, welche sich auf die räumliche Wahrnehmung auswirken, also einen zusätzlichen Hall erzeugen, ein nachhallendes Echo oder eine zusätzliche Frequenz erzeugt, welche den Ton breiter wirken lässt oder für spezielle Effekte einen Oktav Ton dazu erzeugt.

Im Detail gibt es ein Hall/Reverb Gerät, welche einen Nachhall simulieren, Echo/Delay simuliert eine verzögertes wiederkehren des Tones.

Weiterhin gibt es Modulationseffekte wie den ChorusFlanger, Phaser, Ensemble, Tremolo und Vibrato. Bei diesen Effekten wird durch hinzufügen einer oder mehrerer Töne mit leicht abweichender Frequenz eine Art räumliche Wahrnehmung erzielt. Durch das hinzufügen wird der Ton breiter, als ob mehrere Instrumente den gleichen Ton spielen würden. Wird eine hinzugefügte Frequenz noch verzögert oder als Feedback zurück an den Eingang geschickt kann man richtig wilde und interessante Effekte erzielen. Hier ist einfach testen, ausprobieren  und „spielen“ angesagt.

In die Gattung der Modulation Effekte gehören auch noch der Pitch Shifter, der wie der Chorus einen zweiten Ton, aber in genauen Intervallen hinzufügt. Also ein „sauberer“ Chorus.

Außergewöhnlichere Effekte sind da z.B. noch Leslie Simulatoren oder Vibe Pedale. Diese haben alle ihren eigenen Charakter und Wirkungsweise und sollten unbedingt mal angetestet werden.

3. Der Looper

Als kleines Helferlein gibt es nun noch den Looper. Der Looper ist eigentlich ein kleines Aufnahme Gerät, das deine Gitarrenspur speichert und im Loop, also in der Schleife, wieder gibt. Hier kann man dann dazu spielen oder weiter Spuren auf das erste Signal speichern. Meist ist in den Loopern eine Rhythmus Einheit mit eingebaut die eine Begleitband darstellt. Das ist echt super zum Proben und macht wesentlich mehr Spaß als nach Metronom oder Click zu spielen. Das Gerät ist auch bei Straßenmusikanten oder Solokünstlern sehr beliebt.

nuX Loop Core

Reihenfolge von der Gitarre zum Amp

In der Auflistung gehe ich einfach von allen Effektgeräten aus, wenn sie nicht vorhanden sind werden sie auch nicht zwingend benötigt.

Verstärker mit oder ohne Einschleifweg

Bei Verstärkern ohne Einschleifweg, also ohne der SEND und RETURN Buchse, muss ich meine Effekte alle vor den Verstärker anschließen. Das ist erst mal natürlich kein Problem. Du kannst deine Raum- und Modulationspedale nicht mehr vor dem Amp verkabeln. Denn ein Gitarrenton der schon mit Hall, Echo oder Chorus aufbereitet ist nachträglich mit dem Amp zu verzerren klingt absolut schrecklich. Das heißt, diese Effekte gehören hinter den Verzerrer, also in den Einschleifweg soweit er vorhanden ist.

Verkabelung

Beginnend von der Gitarre gehen wir mit Kabel oder Sendeanlage zum Stimmgerät, welches ein sauberes Signal ganz ohne Effekte benötigt.

Von hier an geht es in das Volume Pedal falls es die Funktion des Lautstärke Potis der Gitarre verwendet werden soll. Alternativ kann dieses aber auch als allerletztes Effekt vor der Return Buchse gesetzt werden um die komplette Lautstärke herunter zu regeln.

Bei der Verwendung eines Pitch Shifters, Octavers oder Harmonizers gehört dieses auch vor jede Verzerrung, für die Erzeugung des Extra-Tons wird ein sauberer Ton benötigt.

Anschließend folgen alle dynamikverändernden Effektpedale. Als erstes würde ich hier den Kompressor setzen. Im Anschluss kannst Du alle deine Verzerrerpedale in beliebiger Reihenfolge anordnen. Ein Equalizer gehört hinter die Verzerrer, denn die Zerrer sollten den Gitarrenton schon verändert haben, wenn du mit dem Equalizer das Klangbild nachbearbeitest.

Die meisten Gitarristen schließen das Wah-Pedal vor den Verzerrern an, da sich der Sound auf diese Weise am besten regulieren lässt.  Bei einigen Zerrpedalen klingt ein nachgeschaltetes Wah auch sehr interessant. Das ist aber alles variabel zu sehen. Richtig ist natürlich immer, das was gefällt. Also einfach mal ausprobieren.

Schließlich verkabelst du das letzte Effektgerät mit dem Eingang deines Verstärkers. Dieser hat meist zwei oder drei Kanäle: Clean, Crunch (angezerrt) und Lead (vollverzerrt). Spannend ist es immer, einen angezerrten oder vollverzerrten Verstärker-Kanal mit einem vorgeschalteten Zerrer oder Booster noch weiter in die Sättigung zu treiben. Da sind fette Soundkombinationen möglich.

Nach dem Vorverstärker verlassen wir nun wieder Amp, und zwar am Effect Send Ausgang. Hier Kann man nun beliebig Chorus, Flanger, Vibrato, Tremolo anordnen. Am Ende folgt das Echopedal, und anschließend erst der Halleffekt. Warum? Einen Hall nachträglich mit einem Chorus oder Echo zu versehen, klingt nicht so toll, daher sollter der Hall das letzte Pedal sein.

Vom Ausgang des Halls geht es zurück in den „Effect Return“ des Verstärkers. Wenn du ein Volumepedal verwendest, solltest du es erst nach den Modulationspedalen anschließen. Dann kannst du den Gitarrenton komplett leise regeln, und die Echo- und Hallfahnen klingen trotzdem zu Ende aus.

An dieser Stelle, an der dein Amp den Klang schon geformt hat, sind alle Raum- und Modulationseffekte perfekt aufgehoben. Aber Achtung! Im Einschleifweg darfst du niemals dynamikverändernde Effekte wie Zerrer, Wah oder Kompressor anschließen! Die Endstufe pumpt dein Gitarrensignal mächtig auf, damit die Lautsprecher angesteuert werden können. Jede kleine Lautstärke-Änderung direkt vor der Endstufe kann heftige Ergebnisse zur Folge haben. Also nicht vergessen: Dynamikverändernde Effekte gehören immer vor den Verstärker. Nie in den Einschleifweg.

Rauschunterdrückung

Mit dieser Reihenfolge ist das Rauschen eigentlich schon recht gering. Falls doch noch Probleme mit Geräuschen auftreten gibts noch das kleine Helferlein Noise-Gate. Das Problem des rauschens fällt ja eigentlich nur ins Gewicht wenn die Gitarre nicht spielt sondern Pause hat. Hier Pegelt das Noise-Gate komplett herunter und unterdrückt das Rauschen.

Bei der Verkabelung ist der beste Platz das erste Pedal im Enschleifweg, also direkt am Effect Send.

Gitarren Saiten Überblick und Vergleich

Gitarren Saiten:

Der erste Ansatz bei Ton und Klang eines Saiteninstruments ist wohl die Saite selbst. Hier entsteht der Ton, folglich ist auch hier der Ansatz den Sound eines Instrumentes zu verbessern oder zu verändern als erstes gegeben. Allerdings gibt es hier eine sehr große Fülle an Herstellern, an Materialien, an Typen usw. dass einem hier der Überblick fehlt. Und die Frage wie lange halten nun meine Saiten und wie wechsle ich diese an meinem Instrument. Diesen Fragen werden wir hier nachgehen und beleuchten.

Warum wechseln wir nun eigentlich unsere Saiten. Manche Gitarristen wechseln sie sehr oft. Von wöchentlich oder monatlich bis hin zu niemals gibt es da alles.

Wenn dann mal eine Saite reißt sollte es hoffentlich keine Ausrede mehr geben alle 6 Saiten zu wechseln, damit die Gitarre auch so klingt wie sie erklingen soll. Das reißen kann man nie verhindern, durch unseren Schweiß und Hautabschürfungen oxidieren die Saiten und werden langsam immer schwächer.

Auch der Klang der Saiten verändert sich mit der Zeit. Eine Frisch aufgespannte Saite klingt noch ganz Hell und erzeugt schöne Obertöne. Mit de Zeit kommen dann immer mehr Ablagerungen auf die Saite und beginnt zu Oxidieren. Diese sind die natürlichen Alterserscheinungen der Saite. Dabei wird der Ton immer Dumpfer und nach einer Gewissen Zeit wird der Klang nur noch als ganz stumpf wahrgenommen. Spätestens dann sollte der komplette Satz Saiten gewechselt werden. Das hängt natürlich von der Nutzungszeit aber auch von der Saitenpflege ab. Nach meiner Einschätzung sollte bei normaler Nutzung der Satz nie länger als ein halbes Jahr aufgezogen sein.

Um den Vorgang der Oxidation zu verlangsamen sollte man nach jedem Gitarrenspiel die Saiten mit einem trockenen und Fusselfreien Tuch die Saiten alle „trocken“ reiben, also eigentlich nur mal kurz drüber fahren, das genügt. Dafür gibt es natürlich auch noch spezielle Reinigungsmittel, die die Lebensdauer und den Klang verbessern sollen. Das ist aber nicht jedermanns Sache, da sich die Oberfläche der Saite nach der Behandlung unter Umständen anders anfühlen kann.

nun also zu den Saiten Typen.

Stahlsaiten

Alle üblichen Sätze mit Stahlsaiten sind Kombinationen unterschiedlicher Drahttypen und Materialien. Die dünnen Saiten (Diskant) sind aus gezogenem Stahl und werden für eine länger haltende Oberfläche meist verzinnt. Dies Betrifft immer die H und die E Saiten im Satz.

Die G Saite gibt es sowohl als blanke Saite (p = plain), als auch umwickelte Saite  (w = wound).

Gitarrensaite Seele 6-Kant
Gitarrensaite Seele 6-Kant

Die anderen Saiten, also H, A und E, sowie die E-Bass Saiten sind in der Regel immer umwickelt. Das kann man sich nun folgendermaßen vorstellen. Der Saiten-Kern, also die Seele, ist ein Sechseckiger kantiger Draht, welcher mit einer oder mehreren Schichten dünnen Draht umwickelt wird. Früher war die Seele meist Rund, aber für eine Stabilere Verbindung hat sich die sechseckige Seele durchgesetzt.

 

Materialien der Saiten

Nickel

Der Ursprung der E-Gitarren Saiten beruht auf den reinen Nickel Saiten. Nach der Erfindung des Elektromagnetischen Tonabnehmers benötigte man Saiten die magnetisch waren. Diese Saiten haben nur eine geringe magnetische Wirkung auf die Tonabnehmer, was einen geringen Output der Gitarre mit sich bringt. Deshalb waren sie auch fast vom Markt verschwunden. Allerdings hat der Vintage Boom diese Saiten wieder beliebt gemacht und einige Hersteller haben sie unter Bezeichnungen wie „Pure-Nickel“ oder „Vintage“ wieder im Programm. Außer dem geringern Output bei E-Gitarren haben sie einen eher warmen, matten Klang und sind auch etwas weicher als Edelstahl Saiten. Nickel-Stahl Saiten werden häufig wegen ihres eher weichen Klangs mit Westerngitarren benutzt.

Edelstahl (stainless steel)

Diese sind aus einem Nichtrostender Stahl. Die Saiten klingen sehr klar und hell. Vor allem sind sie wesentlich weniger anfällig gegen Rost wie bei den Nickel oder Stahl Saiten. Allerdings haben sie eine höhere Zugspannung, was bedeutet dass sie härter greifen gehen und Bendings doch etwas schwere von den Fingern gehen.

Gold

Vereinzelte Hersteller, allen voran die deutsch Firma Optima, bieten auch vergoldete Saiten an. Dies ist vor allem für Nickel Allergiker eine sehr gute Saite. Aber auch der Sound behält länger seine Brillanz und die Haltbarkeit einer solchen vergoldeten Saite bleibt verlängert sich, ähnlich wie bei beschichteten Saiten.

Beschichtung auf den Saiten

Neuerdings Versucht man den Vorgang der Oxidation schon vorab mit einer Beschichtung der Saiten Vorzubeugen. Vorreiter dieser beschichteten Saiten ist die Marke ELIXIER, welche es mittlerweile in verschieden Konfigurationen gibt. Die Polyweb ergeben einen eher dunkleren Sound, und die Nanoweb Saiten einen brillanteren Ton. Auch Marken wie D’Addario und Dean Markley und einige weitere bieten mittlerweile solche beschichteten Saiten an. In meinem Laden hab ich auch verschiedene auf Lager.

Arten der Umwicklung

Der Standard sind die Roundwound Saiten. Der Wickeldraht ist rund und wird über die Seele gewickelt. Der Sound ist obertonreich und Durchsetzungsstark.

Das Gegenstück hierzu ist die Flatwound Saite. Hier wird zum Umwickeln eine Art Flachdraht genutzt. Die Oberfläche der Saite ist annähernd Glatt. Dadurch entstehen auch weniger Greif- und Rutschgeräusche der Finger. Für Schmutzablagerungen ist hier auch kein Platz, d.h. die Lebensdauer ist erheblich höher. Aber dafür sind die Saiten viel Steifer und haben einen matten Klang und ein geringeres Nachklingen (Sustain). Wegen dem besonderen Klang sind die Saiten eher im Jazz-Bereich beliebt.

Als Zwischenlösung wären noch die Halfround Saiten zu nennen. Diese sind mit dem normalen runden Draht umwickelt, werden dann aber noch an der Oberfläche angeschliffen. Von der Tonentfaltung sind sie viel offener und heller als die Flatwounds allerdings finden sie in der Rock und Popmusik trotzdem wenig Einsatz.

Saitenstärke und Saitenzugkraft

Die Saitenstärke wird immer in der Einheit Zoll als Durchmesser angegeben. Die Werte beginnen für die E-Gitarre bei einem Super Light Satz bei .008″ bis .038″ bis hin  zu den Heavy Saiten von .012″ bis .054″. Bei den Akustischen Gitarren beginnen die Light Sätze bei .010″ bis .045″ und enden bei .013″ bis .056″.

Um so dicker die Saiten nun gewählt werden, um voller und satter ist der Ton. Für kräftige „Metal Riffs“ und „Power Chords“ kann man gut die .011er und die .012er Sätze einsetzen. Weiterhin benötigen die Jazzer, Blueser und vor allem die Slide Spieler die stärkeren Sätze für ihren breiten Ton.

Für Anfänger oder Gitarristen die noch nicht so kräftige Finger haben Empfehle ich natürlich die dünneren Sätze. Gerade wenn man viel mit Bendings arbeitet oder auch im Bereich der schnellen Finger (Shredding) sind diese Saiten sehr beliebt.

Ganz dünne Saiten, also die .008er empfehle ich eigentlich nur bei besonderen Situationen. Einen .009er Satz kann eigentlich jeder bedienen und man erhält einen erheblich volleren Klang und ein präziseres Spielgefühl.

Wechsel von Saitenstärken

Wir sprechen hier natürlich von Stahlsaiten und Gitarren mit einstellbarem Halsstab (truss rod). Der Halsstab einer elektrischen oder akustischen Gitarre erfüllt eine entscheidende Funktion: den Saitenzug ausbalancieren und den Hals möglichst gerade halten. Dieses Gleichgewicht ist allerdings sehr empfindlich, und die Halskrümmung verändert sich oft von selbst wegen Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen. Wechselt man die Saitenstärke und somit den Saitenzug, so ändert sich automatisch auch die Halskrümmung. Wenn man das nicht entsprechend korrigiert kann nun folgendes passieren:

Verschiedene Saitenstärken (string gauges) für Western-Gitarre

  • 1. Man möchte dünnere Saiten auf seiner Western-Gitarre aufziehen, damit sie sich leichter spielen lässt. Obwohl die Gitarre ab Werk 11er-Saiten drauf hat, kauft man einen 10er-Satz und bespannt damit die Gitarre, ohne den Halsstab neu zu justieren. Durch die dünneren Saiten wird sich der Hals entspannen bzw. sich leicht nach hinten biegen. Zwar wird die Saitenlage tiefer und somit die Bespielbarkeit leichter, jedoch führt das oft auch zu starkem Saitenscheppern.
  • Beispiel 2. Man hört von anderen Gitarristen, dickere Saiten klängen besser. So reift schnell der Plan, sich einen 11er-Satz für die E-Gitarre zu besorgen, obwohl diese ab Werk mit 9er-Saiten bespannt wurde. Der zusätzliche Zug der 11er-Saiten wird den Hals deutlich mehr nach vorne biegen. Daraus resultiert in den meisten Fällen eine sehr hohe Saitenlage und eine schwerere Bespielbarkeit bei schlechter Intonation und Bundreinheit.

Gitarrengrößen

Gitarren Größen:

Da es immens viele Bezeichnungen und Größenangaben für Akustische Gitarren sowie für Konzertgitarren gibt, will ich hier mal ein wenig Licht ins dunkel bringen.

Konzertgitarren

Beginnen wir nun mal mit den Größen üblicher Konzertgitarren mit Nylonsaiten Bespannung.

Die kompakteste Gitarre für Kinder ist die 1/4 Größe. Gedacht für kleinere Kinder zum ausprobieren und zum heranführen an die Musik.

Klassische 3/4 Gitarre
Klassische 3/4 Gitarre

Folgend nach „Bruchzahlen“ wächst die Gitarren Größe mit der Bezeichnung an. Nach 1/4 folgt 1/2, 3/4, 7/8 und zuletzt 4/4.

Man kann sich bei der Auswahl nach folgender Tabelle richten. Die Angabe Mensur bedeutet die länge der schwingenden Gitarrensaite, also die länge vom Steg bis zur Brücke.

Im Falle dass sich der angehende Gitarrist/in gerade an der Grenze einer Abstufung ist, empfehlen die Gitarrenlehrer normalerweise die kleinere Gitarre um eventuellen Fehlhaltungen und Verspannungen des Schülers vorzubeugen.

1/4
Alter 4 bis 7 Jahre Körpergröße bis 110 cm Mensur ca. 47-49 cm
1/2
Alter 5 bis 9 Jahre Körpergröße 110 bis 130 cm Mensur ca. 53-55 cm
3/4 Alter 8 bis 11 Jahre Körpergröße 120 bis 140 cm Mensur ca. 59-62 cm
7/8 Alter 10 bis 13 Jahre Körpergröße 130 bis 150 cm Mensur ca. 62-63 cm
4/4 Alter ab ca. 14 Jahre Körpergröße ab ca. 150 cm Mensur ca. 63-65 cm

Westerngitarren

Nun, hier gibt es vor Allem die vier wichtigsten Gitarrengrößen:

Concert, Auditorium,  Dreadnought oder Jumbo

Diese vier Gitarrengrößen und Korpusformen möchten ich nun vorstellen und beschreiben. Man unterscheidet diese Gitarren an der Form ihrer Resonanzkörper. Den Resonanzkörper kann man sich bestehend aus zwei Kammern vorstellen: die obere „Rundung“ (Schulter) und die „untere Rundung“ sind an der engsten stelle des Korpuses, in der Nähe des Schalloches, „in der Taille“ miteinander verbunden.

Die Proportion und allgemeine Größe dieser zwei Rundungen helfen die klangliche Ausgewogenheit und den „Ursprungsklang“ einer besonderen Bauform zuzuordnen. Grob kann man sagen, je größer der Korpus, desto voller das Klangvolumen und um so lauter wirkt die Gitarre.
Im Folgenden unterscheiden wir die vier gängisten Korpusgrößen von Akustikgitarren.

„Grand Concert“ oder „00“ Gitarrengroessen

Die Grand Concert ist die wichtigste Bauform und stellt die Ausgangsbasis für viele moderne Gitarren-Designs dar. Sie stammt direkt von der klassischen Gitarre ab, hat den dünnsten Resonanzkörper und ist von den vier Korpusgrößen die Kleinste.

Das macht sie einerseits leichter bespielbar, andererseits ist sie aber auch eine der leisesten Akustikgitarren. Diese kleineren Gitarrengrößen sind besonders für jüngere oder zarter gebaute Gitarrenschüler geeignet. Grand Concert Gitarren sind ideal für kleinere Räume. Gängige Beispiele hierfür sind die Martin’s 00-xxx Serien und die Taylor GC Serien .

„Grand Auditorium“ (GA) oder „000“ („Triple-Oh“) Gitarrengroessen

Faith Naked Venus
Faith Naked Venus

Die Grand Auditorium ähnelt der Grand Concert sehr stark im Design, sie ist jedoch etwas breiter und tiefer. Viele GA-Stil Gitarren haben auch eine kleine Wölbung der Bodenpanele, um das Raumvolumen im Resonanzkörper zu vergrößern, ohne dass sie dadurch an den Ecken zu tief wird, was den Spielkomfort beeinflussen würde.

Das Resultat ist ein absolut präziser Ton, ein sehr ausgewogener Klang ähnlich wie bei der 00 aber mit einer größeren Klangdichte ohne dadurch die Ergonomie der klassischen Bauweise zu opfern.

Diese Korpusform ist sehr populär – die ideale Akustikgitarre für cooles Fingerpicking und heiße Soli. Ein Beispiel hierfür ist Eric Clapton’s Signaturgitarre von Martin. Die Taylor GA und x14 Serien sowie Martin’s 000-xxx Serien sind weitere bekannte Beispiele für den Grand Auditorium Stil.

„Dreadnought“(D) Gitarrengrößen

Grimshaw GSD-60-CESB
Grimshaw GSD-60-CESB

Eine „Dreadnought“, ist zweifellos der populärste Korpustyp. Kennzeichnend hierfür ist ein tieferer Resonanzkörper, dafür aber eine kleinere Oberpartie – eine weniger ausgeprägte, gerade Schulter, was ihr insgesamt eine keilförmige Erscheinung gibt. Daher der Name Dreadnought, der sich auf ein britisches Schlachtschiff bezieht (das seinerzeit Größte der Welt).

Der Dreadnought Stil wurde von Martin Guitars konzipiert, um einen tieferen Sound zu erzeugen, als er bei den klassischen Korpusformen üblich war. Typisch für die Dreadnought sind daher die sehr eindrucksvollen Bässe.

Diese Korpusform ist seither von jedem namhaften Gitarrenbauer kopiert worden. Die „D“ Serien von Martin, wie die D-28 und D-18, sind klassische Beispiele einer Dreadnought Westerngitarre.

Jumbo Gitarrengroessen

Die „Jumbo“ Korpusform ist ebenfalls größer als die Grand Auditorium, aber ähnlich proportioniert. Sie ist im Allgemeinen so konzipiert, dass sie einen tieferen Klang erzeugt, ähnlich dem der Dreadnought (die Jumbo Korpusform wurde von Gibson erfunden, um mit der Dreadnought mithalten zu können), jedoch mit maximalem Resonanzköper, um ein größeres Klangvolumen und Sustain erzeugen zu können.

Das kommt durch die Überdimensionierung und einem tiefer gelegten Resonanzkörper zustande, was den Spielkomfort etwas beeinträchtigen kann. Das allererste Beispiel dieser Art ist die Gibson J-200, aber ähnlich wie bei der Dreadnought, haben die meisten Gitarrenbauer mindestens ein Jumbo Modell in ihrem Repertoire.

Cutaway

Jede dieser Korpusformen kann optional ein „Cutaway“ aufweisen. Bei einer Cutaway Gitarre wurde ein Teilabschnitt des oberen Klangkörpers (Schulter) „herausgeschnitten“.

Damit kann die Greifhand auch die hohen Lagen des Griffbretts problemlos erreichen. Dadurch müssen Kompromisse bei dem Klangkörper Volumen hingenommen werden, und oftmals auch eine Anpassung bei der Beleistung, was die Resonanzqualität und somit auch die Klangeigenschaften des Instrumentes verändern kann.

 

Faith Naked Venus FKV

Westerngitarre

Faith Naked Venus FKV

Preis: 550€

Meine eigene Rezension

Mit der Venus FKV aus der Naked Serie präsentiert Faith eine ihrer

Faith Naked Venus
Faith Naked Venus

erstaunlich günstigen und dabei extrem gut klingenden Akustikgitarren. Designer und Entwickler Patrick James Eggle setzt persönlich sein Qualitätssiegel unter die Herstellung und garantiert so ein hochwertiges Instrument, das dank Fertigung in Fernost im mittleren Preissegment zuhause ist. Er selbst stammt aus England, wo auch der Firmensitz von Faith-Guitars ist. Die Herstellung der wundervollen hervorragend klingenden Instrumente ist allerdings in Indonesien ansässig. Die Gitarren werden dort in einer kleinen Fabrik nur zur Gitarrenproduktion in Handarbeit gefertigt.

 

Kommen wir nun zur Gitarre selbst. Hierbei handelt es sich um eine vollmassive Gitarre im Auditorium-Format mit Cutaway und der Performer-T-Elektronik des deutschen Tonabnehmerherstellers Shadow. Sie gehört der Naked Series von Faith an und kommt deshalb ganz und gar ohne Schmuck und Schnick Schnack daher, schön elegant und ohne Schlagbrett. Was heißt nun Nackt oder ohne Schnick Schnack. Natürlich hat die Gitarre alles was sie benötigt, kommt aber nur mit einer dünnen Klarlackierung aus, hat bewusst kein Binding und wirkt dadurch trotzdem sehr elegant. Hier wird eben mehr Wert auf den Ton statt auf die Optik gelegt.

Die Modelle des britischen Herstellers wurden nach den Planeten unseres Sonnensystems benannt und unterscheiden sich passend dazu in Größe und Form. Mit diesem Hintergrund gehört die Venus FKV der mittleren Größenordnung an. Die etwas flacher und auch vom Korpus her eng Gehaltene Form der Gitarre ergibt eine schöne Auditorium bzw. klassische OM Form. Dies ist ein guter Kompromiss für eine ordentlich Lautstärke und der einfachen Bespielbarkeit auch für nicht so große Menschen. bzw. Frauen.

Faith FKV hinten
Faith FKV hinten

Die Decke besteht aus massiver Fichte und der Boden sowie der seitliche Korpus aus massivem Mahagoni. Als Inlay genügt hier das Faith Typische F aus Perloid am 12. Bund  aus Perloid. Die Verarbeitung der ganzen Gitarre, besonders das Verschleifen der Bundstäbchen ist wirklich ausgezeichnet. Keine ungeschliffenen stellen oder Macken in der ganzen Gitarre.

Auf dem Griffbrett aus Indonesischem Ebenholz sind 20 Bundstäbchen eingelassen. Der Halsübergang beginnt am 14. Bund. Durch das cutaway kann man bequem in die oberen Lagen der Gitarre kommen. Die Sattelbreite beträgt 43mm und liegt so im Mittelfeld gängiger Gitarrenhersteller.

Fishman ISyS T
Fishman ISyS T

Als Tonabnehmer System ist das Fishman Isys T eingebaut. Dieses kommt mit dem Typischen Volume Regler und zusätzlich mit einem Contour Regler für die Klangeinstellung aus. Dazu kommt natürlich noch der Phase Schalter, und in der Preisklasse selbstverständlich noch das eingebaute Stimmgerät.

Direkt angespielt klingt die Gitarre wirklich beeindruckend. Crispe höhen, nicht zu dominante mitten und klare Bässe. Ich bin echt Begeistert bei gut 500€ so ein Sounderlebnis. Die Bespielbarkeit ist durch eine sehr tiefe Saitenlage auch super zum spielen in höheren Lagen geeignet. Auch über den Verstärker gespielt wird genau dieser Grundsound weitergegeben und Verstärkt. Wer eine nicht überladene Gitarre mit Charakter sucht kann sich diese Gitarre mal näher Betrachten

 

DIY Bauprojekt E-Gitarre Montage der Komponenten

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DIY Bauprojekt E-Gitarre

Montage der Komponenten

Kopfplatte mit Mechaniken
Kopfplatte mit Mechaniken

Zuerst habe ich die Mechaniken in die vorhandenen Löcher in der Kopfplatte eingebaut. Die Position der Löcher hat auch verhältnismäßig gut gepasst. Nur ein einziges Loch war vielleicht einen guten Millimeter versetzt. Das Problem kennt man von anderen Bausätzen aber auch. Nach einer kleinen Bearbeitung habe ich die Mechaniken an einem Lineal ausgerichtet, die Bohrungen angezeichnet und leicht vorgebohrt. für das Harte Holz der Halses sind die kleinen Schräubchen wahrscheinlich etwas schwach. Auf diese Weise ist mir die Montage ohne Ausfälle geglückt.

Im zweiten Schritt habe ich den Hals an den Body angeschraubt. Auch hier hab ich einen dünnen Bohrer zum vorbohren genutzt, da ich in verschiedenen Foren von schwächlichen Schrauben gelesen hatte die schnell abgerissen waren. Ich hatte hier auch keine Probleme. Der Hals passt ohne Spiel sauber in die Halstasche im Korpus hinein.

Mit Saitenhalter und Hülsen
Mit Saitenhalter und Hülsen

Im Anschluss habe ich die Einschlaghülsen für die Brücke angebracht und das Tremolo System mit Saitenhalter festgeschraubt. Beim einschlagen der Hülsen muss natürlich noch der Draht für die Masseverbindung mit angebracht werden. Nun hab ich mal alles zusammenmontiert was ich für ein akustisches Anspiel benötige, damit ich ein paar der „billigen“ Saiten aufziehen kann und die Saitenlage kontrollieren kann. Ich muss sagen, das sieht sehr gut aus. Ohne große Veränderung der Einstellungen bin ich mit der Saitenlage sehr zufrieden. Es schnarrt nichts und der Abstand zum Griffbrett ist Super. Und die Bespielbarkeit auch in den hohen lagen ist echt gut und Verstimmungen hab ich auch keine feststellen können. Also ist sie auch Bundrein.

Tonabnehmer montiert
Tonabnehmer montiert

Jetzt war also die Elektronik an der Reihe. Nach dem festschrauben der Komponenten (Buchse, Pickup-Wahlschalter und die beiden Potis) auf das Schlagbrett schürte ich also meinen Lötkolben und machte die Verdrahtung. Alles kein Problem, bis auf:

Also es war also alles verdrahtet und ich hab die Gitarre erst mal in ein Stimmgerät und anschließend in einen kleinen Übungsverstärker eingesteckt. Es kam nur nichts heraus, also gar nichts. Nun nach einigem probieren und kontrollieren hab ich festgestellt, dass das Lautstärkepoti einen Schaden hat und das Signal unterbricht. Dann hab ich das Poti mal überbrückt und siehe da… Es geht doch. das Poti ist mittlerweile getauscht, ich hatte leider keines mehr auf Lager. Aber jetzt funzt alles.

montiert
Montiert

Das Montieren des Schlagbrettes auf den Gitarrenbody ist bei aufgezogenen Saiten und eingebauten PU’s ziemlich tricky. Das kostet schon ein paar Nerven. Da geht es um 2mm.

So nun das Resümee. Das bauen der Gitarre hat mir jetzt keine größeren Probleme bereitet. Mit etwas handwerklichem Geschick ist das hin zu bekommen. In diesem Bausatz waren alle Löcher und sonstige Holz arbeiten (bis auf das Oberflächen schleifen) gemacht, und diese haben vor allem auch noch gepasst. Bei der Oberflächenbearbeitung und Versieglung hat man einiges interessantes und neues kennen gelernt. Das löten hatte mir bis auf das defekte Potentiometer auch keine Probleme gemacht. Das zusammenbauen und einstellen der Gitarre hat auch gut geklappt und war auch mal sehr interessant, da man das komplette zerlegen einer Gitarre auch selten macht.

Die Gitarre selbst ist eine Wundervolle Spaß Gitarre. Sie ist bei mir nicht für die großen Bühnen gedacht. Sie lässt sich dennoch super bespielen. Vom Sound her ist sie nichts für den brachialen Metal Sound da bräuchte sie noch andere Tonabnehmer. Für ruhigere Jazz oder Strat klänge ist sie aber nicht schlecht. Mir gefällt der Sound an meinem kleinen Röhrenverstärker.

Wird wohl nicht mein letztes Gitarren Bauprojekt sein…

 

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DIY Bauprojekt E-Gitarre der Body

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DIY Bauprojekt E-Gitarre

der Body

So, ich war leider einige Zeit außer Gefecht gesetzt, aber nun geht es weiter.

Bei der Gestaltung des Bodys hatte ich nun die Einschränkung mit der Farbe des Schlagbrettes. Für das Ausstellungsstück meines Ladens will ich natürlich das Material so Originalgetreu wie möglich beibehalten. Nun, die Farbe des Schlagbrettes ist dreilagiges rotes Perloid.

Body vorne nach schleifen
Body vorne nach schleifen

Zu dem roten Farbton hätte nun etwa Naturholz oder eine helle weiße Oberfläche gepasst. Ich hab mich dennoch zu einem kräftigen grünen gebeizten Farbton entschieden. Aber erst kommen ja noch dei Vorarbeiten:

Zu diesen Tätigkeiten gehört vor allem schleifen. Die ebenen Flächen kann man schön mit einem Schleifklotz bearbeiten, die Seiten vorsichtig mit der Hand und bei den Ecken aufpassen, daß man nicht zu viel Material abnimmt und dadurch Macken und Kanten hinterlässt. Man beginnt mit grobem Papier und geht immer weiter zu feinerem Papier über bis man die zuvor gemachten Schleifspuren des gröberen Papiers nicht mehr sieht. Da die Oberfläche bei meinem Rohling schon einigermaßen glatt war hab ich mit 80er Papier begonnen und bin dann immer weiter bis zu 400er Papier gegangen.

Body hinten nach schleifen
Body hinten nach schleifen

Nach dem Schleifen hab ich die Gitarre dann noch mal richtig kräftig gewässert. Nach dem trocknen haben sich natürlich viele Fasern wieder aufgestellt und das Schleifen gieng von vorne los. von 80er bis zu 400er Papier. So machte ich drei Durchgänge und man sah jedesmal eine riesige verbesserung. Den Endschliff hab ich dann mit 600er Papier gemacht bis die Oberfläche glatt wie ein Babypopo war.

Body hängend zum beizen
Body hängend zum beizen

Vor der weiteren Bearbeitung hab ich nun den Body und vor allem auch den Arbeitsplatz von dem ganzen Schleifstaub gereinigt.

Dann hab ich mal geschaut wie ich die Gitarre zur leichten Bearbeitung hoch hängen kann. Mittels einer Dachlatte und eines Drahtes hieng sie dann an einem Heizungsrohr. Nun kam der Spannende Moment: Wie kommt die Farbe auf dem Lindenkorpus raus.

Als Beize hab ich die Tütenbeize von Clou benutzt. Diese ist wirklich leicht auch von „Anfängern“ anzurühren und zu bearbeiten. Natürlich hab ich mal eine Probebeizung auf einem Stück Fichtenholz gemacht. Fichte ist genauso ein Helles Holz und mit Linde zu vergleichen, und es ist in rauen

Korpus von vorn, gebeizt
Korpus von vorn, gebeizt

Mengen bei mir vorhanden.

Korpus von hinten, gebeizt
Korpus von hinten, gebeizt

Das sind nun die Bilder nach dem ersten mal Beizen. Der Korpus ist wider getrocknet. Nach dem ersten Beizen habe ich noch mal leicht angeschliffen, aber nur weil sich noch einige Fasern wieder Hochgestellt hatten.

Für einen kräftigen satten Farbton hab ich 3 Schichten der Beize aufgetragen. Am Ende hab ich noch mal ein paar Stellen die etwas viel Beize abbekommen haben mit dem 600er Schleifpapier nachgebessert. Dann hab ich den Body 2 Tage durchtrocknen lassen bis keine Feuchtigkeit mehr zu sehen und zu spüren war.

Für die strapazierfähige glänzende Oberfläche die noch entstehen sollte, hab ich TruOil der Firma Bichwood Casey benutzt. Dieses ist ein Schaftöl, welches vor allem Jäger für ihre Flinten im rauen einsatz im Wald nutzen. Das kann doch für eine Gitarre auch nicht schlecht sein. Vor allem geht es super einfach zu verarbeiten. Man nehme ein weiches Tuch oder am besten gleich die eigenen Finger und verteile das Öl gleichmäßig dünn auf der Oberfläche. Danach 24 Stunden trocknen lassen. Das ganze so 3 bis 5 mal wiederholen, nach eigenem Geschmack. Der Verbrach des Öles ist auch sehr gering daher ist es eigentlich eine günstige Variante mit Super Ergebniss. Ich bin sehr Zufrieden mit dem Ergebniss und falls die Oberfläche tatsächlich mal beschädigt wäre kann man mit dem Öl einfach nacharbeiten.

Korpus nach Oberflächenbehandlung
Korpus nach Oberflächenbehandlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montage der Komponenten

DIY Bauprojekt E-Gitarre die zweite

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DIY Bauprojekt E-Gitarre

die zweite

Gut nun ist ein wenig Zeit vergangen, und es hat sich auch schon einiges getan.

Die kopfplatten Form hab ich grob der Originalform der Jaguar Modelle übernommen. Hierfür gibt es im Internet natürlich viele Möglichkeiten sich die originalen Formen zu besorgen. Wie gesagt ich hab mich bewusst nur grob daran gehalten.dsc_1031-beschnitten dsc_1032-beschnitten

Nun wurde angezeichnet, gesägt und geschliffen, geschliffen und dann noch geschliffen. Bis eben keine Sägespuren mehr zu sehen und auch nicht zu fühlen waren. Den gesamten Hals hab ich noch mal nachgeschliffen bis zum 400er Papier. Für den Hals denke ich dass das genügt. Ein zu glatter Hals fühlt sich für mich zu klebrig und unnatürlich an. Deswegen 400 und nicht weiter.

Anschließend machte ich mich schlau wie man am besten ein Farbiges Decal auf die Kopfplatte bekommt. Die Qualität sollte eher Rustikal und nicht perfekt wirken, daher entschied ich mich das Decal spiegelverkehrt auf normales Papier auszudrucken und dann das Bild via Bügeleisen auf die Kopfplatte zu übertragen. Das hab ich zuvor auch noch nie ausprobiert, deshalb hab ich noch ein paar Probedurchläufe auf einfachen Fichtenbrettchen gemacht.

Hier kommt nun das Ergebnis:dsc_1055 dsc_1052

Wie man sieht, eher Rustikal. An ein paar Stellen ist die Farbe nicht so sauber übertragen, an anderen schon. Aber im großen und ganzen entspricht es so meinen Vorstellungen. Das nächste mal wird’s vielleicht besser.

Da ich nicht wusste wie siech meine Tonerfarbe mit dem Öl, das ich auftragen will verträgt, habe ich vorsichtshalber eine dünne Schicht Haarspray auf die Kopfplatte gesprüht, um die Farbe zu schützen.

Als Holzschutz für Gitarre und Hals hab ich mich mittlerweile für Ölen entschieden. Allerdings ein spezielles Öl, das bei edlen Instrumenten und auch für Waffenschäfte benutzt wird. Und zwar ist hier Truoil der Firma Birchwood-Casey gemeint. Hierüber gibt es im Netz einige Wissenswerte und Hilfreiche Seiten, die mich bei der Auswahl bekräftigt haben. Für die Verarbeitung wird kein spezielles Werkzeug oder spezielle Ausrüstung benötigt. Das Öl wird einfach mit einem Tuch, einem Pinsel oder direkt mit den Fingern aufgetragen und hat eine Trocknungszeit von max. 24 h bis zum Auftrag der nächsten Schicht. Also ideal für mich als Ersttäter.

dsc_1056-beschnittenNun hab ich den Hals und die Kopfplatte mit insgesamt zwei Schichten Truoil behandelt. Der Hals soll bei mir nicht Hochglanzpoliert und Glatt wie ein Baby-Popo sein. deshalb genügen mir für einen matten Teint 2 Schichten. Und hiermit bin ich höchst zufrieden.

Erster Teil ist nun geschafft im nächsten Teil geht’s nun ums Beizen des Holzes und dem Ölen des Gitarren-Bodys.

der Gitarren-Body