Gitarren Saiten Überblick und Vergleich

Gitarren Saiten:

Der erste Ansatz bei Ton und Klang eines Saiteninstruments ist wohl die Saite selbst. Hier entsteht der Ton, folglich ist auch hier der Ansatz den Sound eines Instrumentes zu verbessern oder zu verändern als erstes gegeben. Allerdings gibt es hier eine sehr große Fülle an Herstellern, an Materialien, an Typen usw. dass einem hier der Überblick fehlt. Und die Frage wie lange halten nun meine Saiten und wie wechsle ich diese an meinem Instrument. Diesen Fragen werden wir hier nachgehen und beleuchten.

Warum wechseln wir nun eigentlich unsere Saiten. Manche Gitarristen wechseln sie sehr oft. Von wöchentlich oder monatlich bis hin zu niemals gibt es da alles.

Wenn dann mal eine Saite reißt sollte es hoffentlich keine Ausrede mehr geben alle 6 Saiten zu wechseln, damit die Gitarre auch so klingt wie sie erklingen soll. Das reißen kann man nie verhindern, durch unseren Schweiß und Hautabschürfungen oxidieren die Saiten und werden langsam immer schwächer.

Auch der Klang der Saiten verändert sich mit der Zeit. Eine Frisch aufgespannte Saite klingt noch ganz Hell und erzeugt schöne Obertöne. Mit de Zeit kommen dann immer mehr Ablagerungen auf die Saite und beginnt zu Oxidieren. Diese sind die natürlichen Alterserscheinungen der Saite. Dabei wird der Ton immer Dumpfer und nach einer Gewissen Zeit wird der Klang nur noch als ganz stumpf wahrgenommen. Spätestens dann sollte der komplette Satz Saiten gewechselt werden. Das hängt natürlich von der Nutzungszeit aber auch von der Saitenpflege ab. Nach meiner Einschätzung sollte bei normaler Nutzung der Satz nie länger als ein halbes Jahr aufgezogen sein.

Um den Vorgang der Oxidation zu verlangsamen sollte man nach jedem Gitarrenspiel die Saiten mit einem trockenen und Fusselfreien Tuch die Saiten alle „trocken“ reiben, also eigentlich nur mal kurz drüber fahren, das genügt. Dafür gibt es natürlich auch noch spezielle Reinigungsmittel, die die Lebensdauer und den Klang verbessern sollen. Das ist aber nicht jedermanns Sache, da sich die Oberfläche der Saite nach der Behandlung unter Umständen anders anfühlen kann.

nun also zu den Saiten Typen.

Stahlsaiten

Alle üblichen Sätze mit Stahlsaiten sind Kombinationen unterschiedlicher Drahttypen und Materialien. Die dünnen Saiten (Diskant) sind aus gezogenem Stahl und werden für eine länger haltende Oberfläche meist verzinnt. Dies Betrifft immer die H und die E Saiten im Satz.

Die G Saite gibt es sowohl als blanke Saite (p = plain), als auch umwickelte Saite  (w = wound).

Gitarrensaite Seele 6-Kant
Gitarrensaite Seele 6-Kant

Die anderen Saiten, also H, A und E, sowie die E-Bass Saiten sind in der Regel immer umwickelt. Das kann man sich nun folgendermaßen vorstellen. Der Saiten-Kern, also die Seele, ist ein Sechseckiger kantiger Draht, welcher mit einer oder mehreren Schichten dünnen Draht umwickelt wird. Früher war die Seele meist Rund, aber für eine Stabilere Verbindung hat sich die sechseckige Seele durchgesetzt.

 

Materialien der Saiten

Nickel

Der Ursprung der E-Gitarren Saiten beruht auf den reinen Nickel Saiten. Nach der Erfindung des Elektromagnetischen Tonabnehmers benötigte man Saiten die magnetisch waren. Diese Saiten haben nur eine geringe magnetische Wirkung auf die Tonabnehmer, was einen geringen Output der Gitarre mit sich bringt. Deshalb waren sie auch fast vom Markt verschwunden. Allerdings hat der Vintage Boom diese Saiten wieder beliebt gemacht und einige Hersteller haben sie unter Bezeichnungen wie „Pure-Nickel“ oder „Vintage“ wieder im Programm. Außer dem geringern Output bei E-Gitarren haben sie einen eher warmen, matten Klang und sind auch etwas weicher als Edelstahl Saiten. Nickel-Stahl Saiten werden häufig wegen ihres eher weichen Klangs mit Westerngitarren benutzt.

Edelstahl (stainless steel)

Diese sind aus einem Nichtrostender Stahl. Die Saiten klingen sehr klar und hell. Vor allem sind sie wesentlich weniger anfällig gegen Rost wie bei den Nickel oder Stahl Saiten. Allerdings haben sie eine höhere Zugspannung, was bedeutet dass sie härter greifen gehen und Bendings doch etwas schwere von den Fingern gehen.

Gold

Vereinzelte Hersteller, allen voran die deutsch Firma Optima, bieten auch vergoldete Saiten an. Dies ist vor allem für Nickel Allergiker eine sehr gute Saite. Aber auch der Sound behält länger seine Brillanz und die Haltbarkeit einer solchen vergoldeten Saite bleibt verlängert sich, ähnlich wie bei beschichteten Saiten.

Beschichtung auf den Saiten

Neuerdings Versucht man den Vorgang der Oxidation schon vorab mit einer Beschichtung der Saiten Vorzubeugen. Vorreiter dieser beschichteten Saiten ist die Marke ELIXIER, welche es mittlerweile in verschieden Konfigurationen gibt. Die Polyweb ergeben einen eher dunkleren Sound, und die Nanoweb Saiten einen brillanteren Ton. Auch Marken wie D’Addario und Dean Markley und einige weitere bieten mittlerweile solche beschichteten Saiten an. In meinem Laden hab ich auch verschiedene auf Lager.

Arten der Umwicklung

Der Standard sind die Roundwound Saiten. Der Wickeldraht ist rund und wird über die Seele gewickelt. Der Sound ist obertonreich und Durchsetzungsstark.

Das Gegenstück hierzu ist die Flatwound Saite. Hier wird zum Umwickeln eine Art Flachdraht genutzt. Die Oberfläche der Saite ist annähernd Glatt. Dadurch entstehen auch weniger Greif- und Rutschgeräusche der Finger. Für Schmutzablagerungen ist hier auch kein Platz, d.h. die Lebensdauer ist erheblich höher. Aber dafür sind die Saiten viel Steifer und haben einen matten Klang und ein geringeres Nachklingen (Sustain). Wegen dem besonderen Klang sind die Saiten eher im Jazz-Bereich beliebt.

Als Zwischenlösung wären noch die Halfround Saiten zu nennen. Diese sind mit dem normalen runden Draht umwickelt, werden dann aber noch an der Oberfläche angeschliffen. Von der Tonentfaltung sind sie viel offener und heller als die Flatwounds allerdings finden sie in der Rock und Popmusik trotzdem wenig Einsatz.

Saitenstärke und Saitenzugkraft

Die Saitenstärke wird immer in der Einheit Zoll als Durchmesser angegeben. Die Werte beginnen für die E-Gitarre bei einem Super Light Satz bei .008″ bis .038″ bis hin  zu den Heavy Saiten von .012″ bis .054″. Bei den Akustischen Gitarren beginnen die Light Sätze bei .010″ bis .045″ und enden bei .013″ bis .056″.

Um so dicker die Saiten nun gewählt werden, um voller und satter ist der Ton. Für kräftige „Metal Riffs“ und „Power Chords“ kann man gut die .011er und die .012er Sätze einsetzen. Weiterhin benötigen die Jazzer, Blueser und vor allem die Slide Spieler die stärkeren Sätze für ihren breiten Ton.

Für Anfänger oder Gitarristen die noch nicht so kräftige Finger haben Empfehle ich natürlich die dünneren Sätze. Gerade wenn man viel mit Bendings arbeitet oder auch im Bereich der schnellen Finger (Shredding) sind diese Saiten sehr beliebt.

Ganz dünne Saiten, also die .008er empfehle ich eigentlich nur bei besonderen Situationen. Einen .009er Satz kann eigentlich jeder bedienen und man erhält einen erheblich volleren Klang und ein präziseres Spielgefühl.

Wechsel von Saitenstärken

Wir sprechen hier natürlich von Stahlsaiten und Gitarren mit einstellbarem Halsstab (truss rod). Der Halsstab einer elektrischen oder akustischen Gitarre erfüllt eine entscheidende Funktion: den Saitenzug ausbalancieren und den Hals möglichst gerade halten. Dieses Gleichgewicht ist allerdings sehr empfindlich, und die Halskrümmung verändert sich oft von selbst wegen Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen. Wechselt man die Saitenstärke und somit den Saitenzug, so ändert sich automatisch auch die Halskrümmung. Wenn man das nicht entsprechend korrigiert kann nun folgendes passieren:

Verschiedene Saitenstärken (string gauges) für Western-Gitarre

  • 1. Man möchte dünnere Saiten auf seiner Western-Gitarre aufziehen, damit sie sich leichter spielen lässt. Obwohl die Gitarre ab Werk 11er-Saiten drauf hat, kauft man einen 10er-Satz und bespannt damit die Gitarre, ohne den Halsstab neu zu justieren. Durch die dünneren Saiten wird sich der Hals entspannen bzw. sich leicht nach hinten biegen. Zwar wird die Saitenlage tiefer und somit die Bespielbarkeit leichter, jedoch führt das oft auch zu starkem Saitenscheppern.
  • Beispiel 2. Man hört von anderen Gitarristen, dickere Saiten klängen besser. So reift schnell der Plan, sich einen 11er-Satz für die E-Gitarre zu besorgen, obwohl diese ab Werk mit 9er-Saiten bespannt wurde. Der zusätzliche Zug der 11er-Saiten wird den Hals deutlich mehr nach vorne biegen. Daraus resultiert in den meisten Fällen eine sehr hohe Saitenlage und eine schwerere Bespielbarkeit bei schlechter Intonation und Bundreinheit.